Ein fester, ruhiger Abendablauf ist einer der wichtigsten Schlüssel für guten Schlaf. „Es ist sinnvoll, schon relativ früh mit Routinen und Ritualen zu beginnen – etwa ab dem dritten oder vierten Monat“, so die Expertin. Abendrituale und wiederkehrende Abläufe, wie etwa Waschen oder Baden, das Anziehen des Schlafanzugs, eine kurze Geschichte, ein Lied oder Kuscheln, signalisieren dem Kind, dass der Tag endet und eine Ruhephase beginnt. „So lernen die Kinder, dass bestimmte Abläufe zum Morgen und zum Zubettgehen gehören: Der Rollladen wird heruntergelassen, es wird dunkler, sodass das Melatonin besser ausgeschüttet werden kann, und der Schlaf findet an einem festen Ort statt. Dieser Schlafplatz dient als Rückzugsort und ist nicht derselbe Ort, an dem tagsüber der Fernseher läuft oder andere Reize vorhanden sind.“
Hilfreich ist es, das Kind schläfrig, aber noch wach ins Bett zu legen. So kann es schrittweise lernen, selbst in den Schlaf zu finden. Nachts dürfen Eltern selbstverständlich trösten, stillen oder beruhigen. „Durchschlafen“ bedeutet bei Babys nicht, viele Stunden am Stück zu schlafen, sondern nach kurzen Wachphasen wieder in den Schlaf zurückzufinden.
Die Wachzeiten zwischen den Ruhe- und Schlafphasen sollten altersgerecht gestaltet werden. Regelmäßig angebotene Schlafgelegenheiten helfen, Übermüdung zu vermeiden.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, laut Franziska Greiner, die Regulation. Kinder müssen erst lernen, sich selbst zu regulieren – und das geschieht in den ersten Lebensjahren vor allem über die Eltern, durch sogenannte Co-Regulation. „Das bedeutet, dass man Kinder nicht ständig ablenkt oder von allen Gefühlen fernhält, sondern ihre Emotionen begleitet. Wenn ein Kind sich zum Beispiel meldet, weil sich im Einschlafprozess etwas verändert, heißt das nicht, dass es die Bezugsperson ablehnt. Vielmehr lernt es, dass Gefühle da sein dürfen und gemeinsam getragen werden können. Entscheidend ist dabei immer die Bindung: Das Kind wird begleitet, ist nicht allein und darf sich sicher fühlen. Gleichzeitig hilft eine klare, gut strukturierte Tagesgestaltung, die nicht nur dem Kind, sondern der ganzen Familie guttut.“