Manchen Menschen fällt es zudem schwer, sich einzugestehen, dass sie eine Brille oder Kontaktlinsen benötigen. „Oft ist es die Bequemlichkeit, andere haben Angst davor, was sie nach dem Augenarztbesuch erwartet“, erklärt Dr. Ulrich Oeverhaus, Augenarzt und Experte der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). Dabei lassen sich die meisten Fehlsichtigkeiten unkompliziert feststellen und zuverlässig ausgleichen.
Sehschwäche und Kurzsichtigkeit erkennen: Symptome, Sehtest und Behandlung
Eine Sehschwäche entwickelt sich häufig schleichend. Viele Betroffene bemerken lange nicht, dass ihre Sehkraft nachlässt, oder gewöhnen sich unbewusst an das unschärfere Bild. Besonders im Straßenverkehr kann eine nicht korrigierte Sehschwäche gefährlich werden.
Sehschwäche erkennen: Ursachen und häufige Sehfehler
„Sehschwäche“ ist ein umgangssprachlicher Oberbegriff für eine verminderte Sehfähigkeit. Dahinter können Fehlsichtigkeiten, Erkrankungen des Auges oder Störungen bei der Verarbeitung von Seheindrücken stehen. Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung beruhen auf einer abweichenden Brechkraft des Auges. Sie lassen sich in der Regel mit einer Brille oder Kontaktlinsen korrigieren.
Mögliche Hinweise sind unscharfes Sehen in der Nähe oder Ferne, Schwierigkeiten beim Lesen, häufiges Zusammenkneifen der Augen sowie Kopfschmerzen und müde, brennende, tränende oder trockene Augen. Die Beschwerden entstehen unter anderem, weil die Augen ständig versuchen, die fehlende Sehschärfe auszugleichen. Allerdings verursacht nicht jede Fehlsichtigkeit Beschwerden. Manche Menschen bemerken sie erst bei einem Sehtest.
Kinder rücken möglicherweise sehr nah an Bücher, Fernseher oder Bildschirme heran, halten den Kopf schief oder verlieren beim Lesen schnell die Konzentration. Eine einseitige Sehschwäche bleibt besonders leicht unentdeckt, weil das besser sehende Auge das Defizit ausgleicht.
Bei plötzlich auftretendem Sehverlust, Lichtblitzen, einem dunklen Schatten im Gesichtsfeld, starken Augenschmerzen oder einer raschen Sehverschlechterung ist eine sofortige augenärztliche Abklärung notwendig. Solche Beschwerden sprechen nicht für eine gewöhnliche Fehlsichtigkeit, sondern können auf eine behandlungsbedürftige Augenerkrankung hinweisen.
Zu den häufigsten Sehfehlern gehören:
Kurzsichtigkeit
Nahe Gegenstände sind gut zu erkennen, während weiter entfernte Objekte oder Personen unscharf erscheinen. Kinder und Jugendliche rücken mitunter auffällig nah an Fernseher, Bücher oder andere Bildschirme heran.
Weitsichtigkeit
Bei einer Hyperopie ist der Augapfel meist zu kurz oder die Brechkraft des Auges zu gering. Besonders Gegenstände in der Nähe erscheinen unscharf. Junge Menschen können eine geringe Weitsichtigkeit oft durch eine verstärkte Anpassung der Linse ausgleichen. Diese Anstrengung kann jedoch zu Augenbrennen, Kopfschmerzen, schneller Ermüdung und Konzentrationsproblemen beim Lesen führen. Bei stärkerer Weitsichtigkeit kann auch die Fernsicht beeinträchtigt sein.
Hornhautverkrümmung
Bei einem Astigmatismus ist meist die Hornhaut ungleichmäßig gekrümmt. Einfallendes Licht wird dadurch nicht in einem Punkt gebündelt. Gegenstände können sowohl in der Nähe als auch in der Ferne unscharf oder verzerrt erscheinen. Kreise werden beispielsweise als oval wahrgenommen. Begleitend können Kopfschmerzen, angestrengte Augen und häufiges Zusammenkneifen auftreten.
Alterssichtigkeit
Mit zunehmendem Alter verliert die Augenlinse an Elastizität. Das Scharfstellen in der Nähe wird schwieriger. Viele Betroffene halten Bücher, Speisekarten oder Preisschilder immer weiter von sich weg und benötigen beim Lesen mehr Licht. Auch müde Augen oder Kopfschmerzen sind möglich. Alterssichtigkeit betrifft nicht nur Seniorinnen und Senioren: Erste Veränderungen zeigen sich häufig bereits zwischen dem 40. und 45. Lebensjahr.
Amblyopie
Eine besondere Form der Sehschwäche bei Kindern ist die Amblyopie. Dabei entwickelt sich die Sehfähigkeit eines Auges oder beider Augen nicht richtig, beispielsweise infolge einer Fehlsichtigkeit oder des Schielens. Oeverhaus empfiehlt deshalb, kleine Kinder frühzeitig augenärztlich untersuchen zu lassen. Je früher eine Amblyopie erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Erfolgsaussichten. Die sensible Phase der Sehentwicklung reicht bis ins Grundschulalter; eine Behandlung kann abhängig vom Befund auch danach noch sinnvoll sein.
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Das gesunde Auge
So sehen Sie alles scharf: Ein Bild wird genau auf der Netzhaut abgebildet. Dass die Projektion am richtigen Punkt stattfindet, hängt von vielen Faktoren ab: zum Beispiel von der Länge des Augapfels, der Krümmung der Hornhaut oder der Linse des Auges. Gibt es an einer dieser Stellen eine Abweichung, funktioniert das Zusammenspiel nicht mehr optimal. Es kommt zu Sehfehlern, da das Bild nicht genau auf der Netzhaut landet.
Kurzsichtigkeit: Symptome, Ursachen und Behandlung
Damit ein scharfes Bild entsteht, müssen Hornhaut und Linse die einfallenden Lichtstrahlen genau auf der Netzhaut bündeln. Bei Kurzsichtigkeit liegt der Brennpunkt jedoch davor. Ursache ist meist ein im Verhältnis zur Brechkraft zu langer Augapfel, seltener eine zu starke Brechkraft von Hornhaut oder Linse. Deshalb erscheinen nahe Gegenstände scharf, weiter entfernte dagegen verschwommen. Manche Betroffene kneifen unbewusst die Augen zusammen: Durch die kleinere Lidöffnung lässt sich das Bild kurzfristig etwas schärfer wahrnehmen.
Bei der Entstehung wirken erbliche Veranlagung und Umweltfaktoren zusammen. Sind ein oder beide Elternteile kurzsichtig, ist das Risiko für das Kind erhöht. Auch lang andauernde Naharbeit und wenig Aufenthalt im Freien begünstigen wahrscheinlich die Entstehung und das Fortschreiten einer Myopie bei Kindern und Jugendlichen.
Die zunehmende Verbreitung von Kurzsichtigkeit führt Oeverhaus unter anderem darauf zurück, dass immer mehr Menschen „intensive Naharbeit in geschlossenen Räumen“ verrichten. Dazu gehören die Arbeit am Computer, die intensive Nutzung von Smartphones sowie langes Lesen. Naharbeit ist nicht grundsätzlich schädlich. Entscheidend sind jedoch die Dauer, der geringe Abstand und fehlende Unterbrechungen.
Eine Brille ist die einfachste und risikoärmste Möglichkeit, Kurzsichtigkeit auszugleichen. Sogenannte Minusgläser verschieben den Brennpunkt auf die Netzhaut. Die erforderliche Stärke wird in negativen Dioptrienwerten angegeben. Eine passende Brille macht die Augen nicht „faul“ und verstärkt auch nicht automatisch die Kurzsichtigkeit.
Kontaktlinsen liegen direkt auf der Augenoberfläche und ermöglichen ein großes Gesichtsfeld. Sie müssen fachgerecht angepasst und hygienisch verwendet werden. Zu lange Tragezeiten, Schlafen mit ungeeigneten Linsen und eine mangelhafte Reinigung erhöhen das Risiko für Entzündungen der Hornhaut. Bei Schmerzen, starker Rötung oder Lichtempfindlichkeit sollten die Linsen sofort herausgenommen und die Augen untersucht werden.
Fertiglesebrillen aus Drogerie oder Supermarkt können bei Alterssichtigkeit kurzfristig hilfreich sein, wenn beide Augen annähernd den gleichen Korrekturbedarf haben. Sie ersetzen aber keine individuelle Messung. Standardmodelle berücksichtigen weder unterschiedliche Glasstärken noch Hornhautverkrümmungen oder den persönlichen Augenabstand. Für regelmäßiges Tragen sollte eine Sehhilfe deshalb professionell angepasst werden. Eine unpassende Fertigbrille verursacht in der Regel keine dauerhafte Schädigung oder bleibendes Schielen, kann aber Kopfschmerzen, Schwindel oder angestrengtes Sehen auslösen.
Bei Kindern mit fortschreitender Kurzsichtigkeit können spezielle Brillen- oder Kontaktlinsen und in ausgewählten Fällen niedrig dosierte Atropin-Augentropfen das Fortschreiten bremsen. Diese Myopiekontrolle gehört in augenärztliche Hände. Sie kann eine bestehende Kurzsichtigkeit nicht rückgängig machen, soll aber ihre weitere Zunahme begrenzen.
Für Erwachsene mit stabiler Fehlsichtigkeit kommen operative Verfahren infrage. Dazu gehören PRK, LASIK und SMILE. „Dabei wird die Hornhaut des Auges abgetragen und neu modelliert, sodass sich die Sehschärfe dauerhaft verbessert“, erklärt Oeverhaus das Grundprinzip des Laserns. Je nach Verfahren wird die Hornhaut jedoch unterschiedlich bearbeitet. Bei hoher Kurzsichtigkeit kann alternativ eine zusätzliche künstliche Linse in das Auge eingesetzt werden.
Vor dem Eingriff werden unter anderem Sehwerte, Hornhautdicke, Hornhautform, Tränenfilm und Netzhaut untersucht. Die Fehlsichtigkeit sollte seit mindestens einem Jahr weitgehend stabil sein. Laseroperationen eignen sich nicht für Kinder und Jugendliche sowie in der Regel nicht während Schwangerschaft und Stillzeit. Eine starre obere Altersgrenze gibt es nicht. Ab etwa 40 Jahren muss allerdings berücksichtigt werden, dass zusätzlich eine Alterssichtigkeit entsteht und trotz erfolgreicher Fernkorrektur eine Lesebrille notwendig werden kann.
Mögliche Nebenwirkungen sind trockene Augen, Fremdkörpergefühl, Lichtempfindlichkeit, vermindertes Kontrastsehen und sogenannte „Halos“, also helle Ringe um Lichtquellen. Solche Beschwerden können besonders beim Autofahren in der Dunkelheit stören und bilden sich häufig in den ersten Monaten zurück. Selten bleiben Sehbeeinträchtigungen bestehen oder ein weiterer Eingriff wird erforderlich. Ausführliche Informationen zu Nutzen und Risiken bietet das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen.
Die Kosten unterscheiden sich nach Methode und Anbieter und liegen üblicherweise im vierstelligen Bereich pro Auge. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen einen Eingriff zur Korrektur einer gewöhnlichen Fehlsichtigkeit normalerweise nicht, weil Brille oder Kontaktlinsen als geeignete Hilfsmittel zur Verfügung stehen.
Wie läuft ein Sehtest ab?
Bei einem Sehtest wird geprüft, wie gut jedes Auge einzeln sehen kann. Dazu wird jeweils ein Auge abgedeckt, während das andere Buchstaben, Zahlen, Ringe oder Symbole in abnehmender Größe erkennt. Für Kinder stehen altersgerechte Bildzeichen zur Verfügung. Neben der Fernsicht kann auch die Sehfähigkeit in der Nähe überprüft werden.
Der Visus beschreibt die Sehschärfe, also die Fähigkeit, zwei nahe beieinanderliegende Punkte getrennt wahrzunehmen. Ein Visus von 1,0 entspricht einer Sehschärfe von 100 Prozent. Dieser Wert darf nicht mit der Brillenstärke verwechselt werden.
Die erforderliche Korrektur wird durch eine Refraktionsbestimmung ermittelt. Ein automatisches Messgerät liefert häufig einen ersten Wert. Anschließend werden verschiedene Gläser vor die Augen gehalten. Die untersuchte Person gibt an, mit welchem Glas sie schärfer sieht. Bei Kurzsichtigkeit entstehen Minus-, bei Weitsichtigkeit Pluswerte.
Die sphärische Stärke wird in Dioptrien, kurz dpt, angegeben. Bei einer Hornhautverkrümmung werden zusätzlich Zylinderstärke und Achslage bestimmt. Für eine Lese- oder Gleitsichtbrille kommt der Nahzusatz hinzu. Je nach Fragestellung können außerdem Farbsehen, Gesichtsfeld, Augeninnendruck, beidäugiges Sehen und die Gesundheit der Augen untersucht werden. Diese Untersuchungen gehören jedoch nicht alle zu einem einfachen Sehtest.
Ein kurzer Sehtest dauert meist nur wenige Minuten. Für eine vollständige Bestimmung der Brillenwerte sollte mehr Zeit eingeplant werden. Eine umfassende augenärztliche Untersuchung kann je nach Umfang 30 Minuten oder länger dauern.
Bei Kindern können Augentropfen erforderlich sein, die das vorübergehende Scharfstellen ausschalten. Dadurch lässt sich die tatsächliche Fehlsichtigkeit zuverlässiger bestimmen. Da kleine Kinder eine einseitige Schwäche oft vollständig ausgleichen, reicht eine reine Beobachtung im Alltag nicht aus.
Ein Test ist ratsam, wenn Sie unscharf sehen, häufig Kopfschmerzen haben, Veränderungen bemerken oder sich im Straßenverkehr zunehmend unsicher fühlen. Für den Führerschein ist ein Sehtest vorgeschrieben.
Wie häufig Erwachsene ihre Augen testen lassen sollten, hängt von Alter, Beschwerden, Vorerkrankungen und familiären Risiken ab. Eine feste Frist für alle gibt es nicht. Bei bekannten Augenerkrankungen oder Diabetes sollten die vereinbarten Kontrolltermine eingehalten werden. Informationen über verschiedene Verfahren bietet auch hier das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen.
Sehschwäche vorbeugen: Was hilft den Augen wirklich?
Nicht jede Fehlsichtigkeit lässt sich verhindern. Das Risiko, dass sich bei Kindern eine Kurzsichtigkeit entwickelt oder verstärkt, kann aber durch ausreichend Aufenthalt im Freien beeinflusst werden. Oeverhaus rät dazu, tagsüber etwa zwei Stunden draußen zu verbringen: „Fällt Licht auf die Netzhaut, wird Dopamin freigesetzt und das kann wiederum die Kurzsichtigkeit hemmen.“
Nach heutigem Forschungsstand senkt viel Zeit im Freien vor allem das Risiko, dass eine Kurzsichtigkeit überhaupt entsteht. Ob Tageslicht auch das Fortschreiten einer bereits vorhandenen Myopie deutlich bremst, ist weniger eindeutig. Ein Aufenthalt im Freien ersetzt daher weder einen Sehtest noch eine notwendige Sehhilfe oder Myopiekontrolle.
Lange Bildschirmarbeit führt normalerweise nicht zu einer dauerhaften Schädigung der Augen, kann sie aber vorübergehend belasten. Wer konzentriert auf einen Monitor schaut, blinzelt häufig seltener. Dadurch wird der Tränenfilm instabil und die Augen können trocken, müde oder gereizt reagieren. Auch das dauerhafte Scharfstellen auf kurze Entfernung ist anstrengend.
Hilfreich sind regelmäßige Unterbrechungen. Schauen Sie zwischendurch in die Ferne, blinzeln Sie bewusst und wechseln Sie häufiger die Tätigkeit. Die sogenannte 20-20-20-Regel kann als Merkhilfe dienen: alle 20 Minuten für mindestens 20 Sekunden auf einen etwa sechs Meter entfernten Punkt schauen. Medizinisch exakt festgelegt ist dieses Zeitmaß jedoch nicht.
Der Bildschirm sollte möglichst blendfrei und ungefähr eine Armlänge entfernt stehen. Bei Smartphones und Büchern ist ein ausreichender Leseabstand wichtig. Gute Beleuchtung und eine gut erkennbare Schriftgröße entlasten die Augen. Für Kinder sind regelmäßige Unterbrechungen der Naharbeit besonders wichtig.
Vorsorge ist besonders wichtig, weil nicht jede Augenkrankheit früh Beschwerden verursacht. Eltern sollten die Kinder- und Jugenduntersuchungen wahrnehmen und Auffälligkeiten wie Schielen, häufiges Stolpern oder eine ungewöhnliche Kopfhaltung früh ansprechen.
Kann man die Augen trainieren?
Einfache Übungen können angestrengte Augen entspannen. Hilfreich ist beispielsweise, den Blick wiederholt von einem nahen Gegenstand in die Ferne wandern zu lassen. Bewusstes Blinzeln stabilisiert den Tränenfilm. Auch das Schließen der Augen für einige Sekunden sowie das Lockern von Nacken und Schultern können Beschwerden bei langer Bildschirmarbeit lindern.
Eine Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung oder Alterssichtigkeit lässt sich durch allgemeines Augentraining jedoch nicht beseitigen. Übungen verkürzen keinen zu langen Augapfel und verändern weder die Hornhautform noch die nachlassende Elastizität der Linse. Für Angebote, die versprechen, eine Brille durch Training überflüssig zu machen, fehlen überzeugende wissenschaftliche Belege.
Davon zu unterscheiden sind gezielte orthoptische Übungen. Sie können bei bestimmten Störungen des beidäugigen Sehens, der Augenbewegungen oder der Zusammenarbeit beider Augen sinnvoll sein. Voraussetzung ist eine fachliche Diagnose und Anleitung.
Sehhilfen und Kosten: Was zahlt die Krankenkasse?
Eine Sehhilfe wird benötigt, wenn eine Fehlsichtigkeit das Sehen im Alltag beeinträchtigt. Welche Korrektur geeignet ist, hängt von Sehfehler, Alter, Tätigkeit und persönlichen Bedürfnissen ab. Bei einer starken Sehbehinderung können neben Brillen und medizinisch notwendigen Kontaktlinsen auch Lupen, Lupenbrillen oder elektronische Lesegeräte infrage kommen.
Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt bei Kindern und Jugendlichen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr grundsätzlich die medizinisch notwendigen Brillengläser. Bei Erwachsenen besteht unter anderem ein Anspruch, wenn auf mindestens einem Auge eine Kurz- oder Weitsichtigkeit von mindestens 6,25 Dioptrien oder eine Hornhautverkrümmung von mindestens 4,25 Dioptrien vorliegt. Auch bei einer schweren Sehbeeinträchtigung können Gläser oder andere Sehhilfen übernommen werden. Dabei trägt die Krankenversicherung die vereinbarten Beträge für die medizinisch notwendigen Gläser. Das Brillengestell und Extras wie besondere Entspiegelungen, Tönungen oder besonders dünne Gläser müssen Versicherte selbst bezahlen. Kontaktlinsen werden nur bei bestimmten medizinischen Voraussetzungen übernommen. Reinigungs- und Pflegemittel gehören ebenfalls üblicherweise nicht zur Leistung.
Die IKK classic übernimmt notwendige Hilfsmittel innerhalb der gesetzlichen Vorgaben und bis zu den geltenden Preisgrenzen. Je nach medizinischem Bedarf können dazu Brillengläser, Kontaktlinsen und vergrößernde Sehhilfen gehören. Über geeignete Vertragspartner, mögliche Eigenanteile und den Ablauf der Versorgung informiert die IKK classic auf ihrer Seite zu den Kosten für Hilfsmittel.
Für Kinder bietet die IKK classic zusätzlich ein Amblyopie-Screening im 5. bis 14. sowie im 20. bis 27. Lebensmonat an. Damit können Risikofaktoren für eine Schwachsichtigkeit früh entdeckt werden. Das Angebot ist an bestimmte Teilnahmebedingungen gebunden. Weitere Informationen finden Eltern in der Übersicht zu den Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und Jugendliche.
Wer eine Veränderung seiner Sehkraft wahrnimmt, sollte sie fachgerecht untersuchen lassen. Meist gibt es eine passende Korrekturmöglichkeit – von der individuell angepassten Brille über Kontaktlinsen bis zu operativen Verfahren.
FAQ
Kann man Kurzsichtigkeit wieder verbessern?
Eine bestehende Kurzsichtigkeit lässt sich durch Übungen oder einen veränderten Lebensstil nicht rückgängig machen. Brille und Kontaktlinsen gleichen sie aus. Bei geeigneten Erwachsenen können operative Verfahren die Abhängigkeit von einer Sehhilfe verringern. Bei Kindern kann eine augenärztlich begleitete Myopiekontrolle das Fortschreiten bremsen.
Kann man die Augen trainieren?
Blickwechsel, bewusstes Blinzeln und Pausen können angestrengte Augen entspannen, Fehlsichtigkeiten jedoch nicht korrigieren. Gezielte orthoptische Übungen können bei bestimmten Störungen sinnvoll sein, sollten aber fachlich angeleitet werden.
Wie oft sollte man einen Sehtest machen?
Eine allgemeingültige Frist gibt es nicht. Ein Sehtest ist bei Beschwerden, wahrgenommenen Veränderungen und im Rahmen der vorgesehenen Vorsorgeuntersuchungen ratsam. Kinder sowie Menschen mit Diabetes, bekannten Augenerkrankungen oder familiären Risiken sollten die empfohlenen Kontrolltermine einhalten.
Was zahlt die Krankenkasse für eine Brille?
Bei Minderjährigen und Erwachsenen, die bestimmte medizinische Voraussetzungen erfüllen, übernimmt die IKK classic als gesetzliche Krankenkasse einen festgelegten Betrag für notwendige Brillengläser. Das Gestell, Extras und Mehrkosten für höherwertige Ausführungen tragen Versicherte selbst.
Quellenangaben
- gesundheitsinformation.de : Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen