Hausnotruf: Hilfe per Knopfdruck für zu Hause

Redaktion
IKK classic

Egal, ob Sturz, Schlaganfall oder Kreislaufversagen: Bei Notfällen wie diesen sind alleinstehende Senioren oder pflegebedürftige Menschen besonders hilflos. Doch es geht auch anders: Mit einem Hausnotrufsystem – kurz: Hausnotruf – können selbst Menschen in scheinbar ausweglosen Situationen über Funk schnell Hilfe holen. Wie es funktioniert, worauf man achten muss und wie viel es eigentlich kostet.

Viele ältere, alleinlebende oder pflegebedürftige Menschen wollen ihren Lebensabend gerne in den eigenen vier Wänden verbringen. Mit einem Hausnotrufsystem kann sich ein Großteil diesen Herzenswunsch erfüllen.

Wann ist ein Hausnotruf sinnvoll?

2,8 Millionen Menschen erleiden laut Robert Koch-Institut jährlich einen Unfall im Haushalt. Wer im Notfall das Telefon nicht mehr erreicht, kann über den Hausnotruf schnell Hilfe organisieren. Vor allem beim betreuten Wohnen kommen die Geräte zum Einsatz. Die monatlichen Kosten können dann in der Warmmiete enthalten sein [präzisiert von „sind dann in der Warmmiete bereits enthalten“]. Bei Personen mit anerkanntem Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse unter bestimmten Voraussetzungen die Leistung für den Hausnotruf.

Die sogenannten Hausnotrufsysteme werden über private oder gemeinnützige Anbieter zur Verfügung gestellt, zum Beispiel durch das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter-Unfall-Hilfe oder den Arbeiter Samariter Bund. Installiert wird das Gerät vom Anbieter. Der Kunde und seine Angehörigen erhalten eine Einweisung.

Leistungen für Pflegebedürftige

Die Pflegekasse der IKK classic versorgt Sie bei Bedarf mit allen gesetzlich vorgesehenen Leistungen der Pflegeversicherung.

So funktioniert ein Hausnotrufsystem

„Sie funktionieren alle nach demselben Prinzip: Der Kunde ruft per Knopfdruck Hilfe“, schildert Marc Wagner, Bereichsleiter Hausnotruf beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) im Landesverband Schleswig-Holstein e.V. die Funktionsweise des Notrufs. „Der HNR ist wie eine Freisprecheinrichtung“, erklärt Wagner. Den zugehörigen Notrufknopf sollten Senioren immer bei sich tragen, etwa als Kette um den Hals oder als Armband.

1. Der Kunde drückt auf den Alarmknopf und aktiviert damit per Funk die Basisstation in seinem Zuhause.

2. Die Station wählt automatisch den HNR-Dienstleister an. Ein Ton oder eine Melodie und eine laute Ansage ertönen, dass Hilfe kontaktiert wird.

3. Ein Mitarbeiter der Notrufzentrale meldet sich und spricht mit dem Betroffenen.

4. Der Kunde schildert seinen Zustand. Gemeinsam wird entschieden, welche Art Hilfe er braucht (zum Beispiel Besuch Vertrauensperson/Rettungsdienst).

5. Kann sich die Person nicht mitteilen, schickt der Mitarbeiter sofort einen Rettungswagen.

Schematische Darstellung des Notrufsystems

Vorteile für Senioren und Pflege­bedürftige

  • Einfache Technik, die leicht zu bedienen ist

  • Sicherheit im Notfall, 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr

  • Ein sicheres Gefühl für den Senior und seine Angehörigen

Hausnotruf mit Sturzerkennung

Ein Hausnotruf mit Sturzerkennung kann sinnvoll sein, wenn Stürze wahrscheinlich sind oder die betroffene Person den Notrufknopf im Ernstfall womöglich nicht mehr selbst drücken kann. Je nach Anbieter erkennen Sensoren ungewöhnliche Bewegungen oder ausbleibende Aktivität und lösen automatisch eine Rückfrage oder Alarmierung aus. Wichtig: Solche Zusatzfunktionen sind nicht immer enthalten und sollten vor Vertragsabschluss gezielt erfragt werden.

Schnelle Hilfe in jedem Raum dank Hausnotrufsystem

Die Funkverbindung für den Kontakt zur Notrufzentrale ist im ganzen häuslichen Bereich aktiv. Mehrere Etagen würden per Sprechstellenerweiterung verbunden, sagt Wagner. Professionelle Anbieter klären solche Sachverhalte bei einem Ortstermin. Wer als Notfall-Kontakt hinterlegt werden und bei Bedarf nach dem Rechten schauen soll, entscheidet der Kunde. „Meist sind das Angehörige, Nachbarn oder der Hausarzt. Letzterer ist aber unter Umständen nur eingeschränkt erreichbar“, sagt Wagner.

Wer niemanden habe, könne ausgebildete Ersthelfer kommen lassen. Diese Zusatzleistung bieten mehrere Anbieter: Dabei liegen die Schlüssel des Kunden – wegen Datenschutz anonymisiert – in Sicherheitsschränken beim Dienstleister, der dann eigene Mitarbeiter zum Kunden schickt. Bei schweren Unfällen und in lebensbedrohlichen Situationen wird jedoch immer ein Rettungswagen alarmiert.

Gut zu wissen

Neben Älteren, Alleinstehenden und Chronikern nehmen laut Wagner auch jüngere Menschen die Leistung eines Hausnotrufs in Anspruch, etwa bei vorübergehenden Einschränkungen. Und es gebe einen Trend: „Viele erhöhen mit dem HNR ihr Sicherheitsgefühl. Mutmaßliche Einbrecher können durch einen aktivierten Hausnotruf abgeschreckt werden.“ Bei vielen Anbietern ist die Beantragung des Hausnotrufs ein Servicebestandteil.

Kostenübernahme für den Hausnotruf

Die monatliche Servicegebühr beginnt bei circa 25,50 Euro. Bei Personen mit anerkanntem Pflegegrad, die gänzlich oder überwiegend allein und aufgrund ihres Gesundheitszustandes sturzgefährdet sind, übernimmt in der Regel die Pflegeversicherung die Kosten für den Hausnotruf.

Kranken- und Pflegezusatzversicherung

Wenn Sie durch einen Unfall zusätzliche Hilfe benötigen, zahlt sich eine Zusatzversicherung aus – und macht Ihr Leben einfacher.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Wie kann man einen Hausnotruf beantragen?

Häufig unterstützt der ausgewählte Anbieter beim Antrag auf Kostenübernahme durch die Pflegekasse. Sinnvoll ist es, vor Vertragsabschluss zu klären, welche Unterlagen benötigt werden.

Funktioniert ein Hausnotruf auch ohne Festnetz?

Viele moderne Hausnotrufsysteme können über Mobilfunk oder IP-basierte Technik betrieben werden. Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit sollten beim Anbieter konkret erfragt werden.

Was ist der Unterschied zwischen Hausnotruf und mobilem Notruf?

Der klassische Hausnotruf ist vor allem für die Wohnung gedacht und mit einer Basisstation verbunden. Ein mobiler Notruf funktioniert zusätzlich unterwegs, meist über Mobilfunk und häufig mit Ortungsfunktion.

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IKK classic

Veröffentlicht am 24.06.2026

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