Heißhunger und normaler Hunger: Wo liegt der Unterschied?
Normaler Hunger entwickelt sich langsam. Der Körper signalisiert einen Energiebedarf, etwa durch Magenknurren, leichte Müdigkeit oder Konzentrationsprobleme. In diesem Zustand ist man meist offen für unterschiedliche Lebensmittel, auch für eine ausgewogene Mahlzeit.
Heißhunger hingegen tritt abrupt auf und richtet sich fast immer auf ganz bestimmte Nahrungsmittel, häufig auf Süßes, Salziges oder Fettiges. Andere Speisen wirken in diesem Moment gewissermaßen „uninteressant“. Oft entsteht Heißhunger unabhängig vom tatsächlichen Energiebedarf und kann sogar kurz nach einer Mahlzeit auftreten. Das Sättigungsgefühl fehlt entweder vollständig oder hält nur sehr kurz an.
Darüber hinaus hat Heißhunger eine wichtige mentale Komponente, sagt Dr. med. Matthias Riedl, Diabetologe, Ernährungsmediziner, Internist, Geschäftsführer und Ärztlicher Direktor bei Medicum Hamburg.
„Heißhunger nimmt manche Menschen gedanklich so stark in Anspruch, dass wir sogar von ‚Food Noise’ sprechen, das heißt, ständig kreisende Gedanken um Essen, oft um Süßes. Das kann sehr belasten und mitunter sogar die Arbeitsfähigkeit einschränken und es führt häufig zum Naschen zwischendurch.“