Krafttraining für den Teamsport: stärker, schneller, verletzungsresistenter

Redaktion
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Egal ob Fußball, Handball oder Basketball: Fähigkeiten und Fertigkeiten für Teamsportarten können zweifelsohne auf dem Spielfeld am besten weiterentwickelt werden. Die meisten davon im Training selbst, andere über ergänzende Übungen wie Sprint, Sprungkrafttraining oder Stabilisationstraining. Warum sollte man da noch ins Fitnessstudio gehen?

Warum Krafttraining im Teamsport wichtig ist

Studien zeigen, dass gerade gut ausgeprägte Kraftfähigkeiten zum Beispiel die fußballerischen Leistungen bestens unterstützen. Eine gute Maximal- und Schnellkraft ermöglicht beispielsweise einen härteren Schuss, schnellere Sprints oder größere Sprunghöhen beim Kopfball. Bei anderen Sportarten sind Schnelligkeit und Sprungkraft ebenso gefragt – auch die Stabilisation des Rumpfes und der unteren Extremitäten hat einen positiven Effekt, wodurch sich unter anderem das Gleichgewicht des Spielers verbessert. Zudem entlastet es die Wirbelsäule, was Rückenschmerzen vorbeugt, und verringert das Verletzungsrisiko durch Überlastung.

Aber pure Muskelkraft ist nicht alles. Wichtig ist auch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den muskulären „Gegenspielern“ Agonist und Antagonist. Im Fußball zum Beispiel werden manche Muskelgruppen stark, manche weniger stark beansprucht. Der Kniestrecker und die Adduktoren werden beim Schießen und Passen oft gefordert, ihre Gegenstücke (Kniebeuger und Abduktoren) hingegen selten. Ohne gezieltes Training kann schnell ein Ungleichgewicht entstehen, das sich ungünstig auf die Körperhaltung auswirkt und das Verletzungsrisiko erhöht.

Ausgleichs- und Ergänzungstraining im Kraftraum

Die Muskelkraft lässt sich gut durch Training im Fitnessstudio verbessern. Gerade im Winter oder in der Vorbereitung bietet es sich an, auf diese Weise konditionelle Grundlagen aufzubauen. Das Training erfolgt entweder mit Freihanteln oder an Krafttrainingsgeräten. Krafttraining dient also zum einen dazu, an individuellen Schwächen zu arbeiten, zum anderen als Ausgleichs- und Ergänzungstraining.

Frau trainiert im Fitnessstudio an Ringen © Stocksy

Für Anfänger ist das Training an Geräten zu empfehlen, da es leichter zu erlernen und weniger verletzungsgefährdend ist. Allerdings hat es den Nachteil, dass nicht in der sogenannten funktionellen Kette trainiert wird. Dabei werden mehrere Muskeln über Sehnen und Bindegewebe miteinander verknüpft und gemeinsam aktiv.

Unterstützung vom Profi

Anfänger sollten sich Übungen immer genau zeigen lassen, zunächst ohne Zusatzgewicht oder mit wenig Gewicht trainieren, die Bewegungen langsam ausführen und bei jedem Trainingssatz zwölf Wiederholungen schaffen können. Die korrekte Ausführung sollte nach einiger Zeit noch einmal von einem Trainer überprüft werden. Wer sich an die Belastungen gewöhnt und eine korrekte Ausführung verinnerlicht hat, kann das Gewicht steigern, explosivere Bewegungen durchführen und die Wiederholungen von zwölf auf acht bzw. fünf senken.

Mann trainiert auf Bank unter Anleitung einer Trainerin © Stocksy

Gut ausgebildete Fitnesstrainerinnen und -trainer helfen dabei, indem sie individuelle Trainingsprogramme erstellen und durch regelmäßige Kontrollen sicherstellen, dass es nicht zu Fehlbelastungen kommt. Aus diesem Grund sollte man bei der Auswahl des Fitnessstudios auf eine hohe fachliche Qualifikation der Trainer achten.

Die funktionelle Kette trainieren

Für fortgeschrittene Sportler ist das Gerätetraining meist nicht mehr ausreichend, denn isolierte Übungen in Geräten schulen das Zusammenspiel der Muskelketten nicht, das man für andere Sportarten benötigt. Das betrifft vor allem die explosiven Muskelkontraktionen beim Sprint mit oder ohne Richtungswechsel oder beim Sprung zum Kopfball.

Funktionales Krafttraining muss daher – neben Stabilität und Mobilität – immer auch das explosive, schnellkräftige Zusammenspiel der Muskulatur von Füßen, Beinen, Hüfte und Rumpf zum Ziel haben. Mit zunehmendem Trainingsfortschritt kommen funktionalere Übungen mit Lang-, Kurz- und Kugelhanteln oder Seilzügen ins Spiel. Schwere Gewichte mit wenig Wiederholungen sorgen für schnelles Wachstum der Muskeln, viele Wiederholungen mit weniger Gewicht sorgen für Stabilisierung und Koordination.

Beim Freihanteltraining müssen die Bewegungsabläufe zunächst ohne zusätzliche Last in der richtigen Körperhaltung geübt werden, da es sonst zu Fehlbelastungen kommen kann. Erst wenn die Technik beherrscht wird, dürfen zusätzliche Gewichte hinzugenommen werden.

Rumpf ist Trumpf

Die muskulären Anforderungen variieren je nach Sportart: Während beim Basketball und Handball die Armmuskulatur einen großen Stellenwert hat, liegt für Fußballspielende der Fokus eher auf den unteren Extremitäten. Doch eine gute Rumpfmuskulatur bringt alle Sportlerinnen und Sportler weiter.

Zudem sollte das Training im Studio sich nicht mit der Trainingseinheit im Verein überschneiden, und vor allem am Tag vor einem Spiel sollte man nicht „pumpen“ gehen. Ein Hypertrophietraining, also Training zum Aufbau von Muskelmasse, sollte mit 70 bis 80 Prozent der Maximalkraft in drei Serien mit jeweils 8 bis 12 Wiederholungen durchgeführt werden. Um stattdessen die Maximalkraft ohne Zuwachs an Muskelmasse zu erhöhen, werden unter nahezu maximaler Belastung 1 bis 2 Wiederholungen pro Serie ausgeführt – das ist jedoch nichts für Anfänger.

Mann hebt Hantel © Stocksy

Wie oft pro Woche sollte man Krafttraining machen?

Wie oft Krafttraining sinnvoll ist, hängt vom Trainingsstand ab. Einsteiger profitieren von zwei Einheiten pro Woche, bei denen der ganze Körper trainiert wird. Wichtig ist, dass zwischen zwei Einheiten für dieselbe Muskelgruppe mindestens ein bis zwei Tage Pause liegen, denn der Muskel wächst in der Erholungsphase, nicht während des Trainings.

Fortgeschrittene können auf drei bis vier Einheiten erhöhen und dabei einzelne Körperregionen an verschiedenen Tagen trainieren. Für Teamsportler gilt zusätzlich: Das Krafttraining so legen, dass es die Einheiten im Verein und Spieltage nicht beeinträchtigt.

Trainings-Tipps

Auch wenn bei den Teamsport-Profis der Bundesligen ergänzendes Krafttraining für gewöhnlich nicht in einem klassischen Fitnessstudio stattfindet, sondern in den Club-eigenen Räumlichkeiten unter Anleitung spezieller Athletiktrainer: Das eigene Training lässt sich ebenfalls professionell gestalten.

1. Der Snatch (Reißen)

Eine klassische Übung ist der Bewegungsablauf, den ein Gewichtheber im Wettkampf ausführt. Diese Bewegung wird in drei Phasen unterteilt. Im ersten Zug wird die Hantel vom Boden aufgenommen, der Rücken bleibt dabei gerade, und auf Hüfthöhe gezogen. Im zweiten Zug wird die Hantelstange eng am Körper nach oben gezogen. Ist die Hantel im oberen Drittel der Brust, springt der Sportler aktiv darunter. In der letzten Phase wird die Hantel mit einer explosiven Bewegung nach oben gedrückt. Wichtig ist die korrekte Ausführung, nicht die Maximierung der Gewichte.

Zwei Männer im Fitnessstudio, die in der Hocke stehen und mit Gewichten trainieren © Stocksy

Wichtig ist die korrekte Ausführung der Bewegung, nicht die Maximierung der Gewichte. Auf diesem Weg beugt man auch Verletzungen vor. Also: Langsam starten, die Bewegungsabläufe reinbekommen – und dann schrittweise das Gewicht erhöhen.

2. Für schnelle Sprints: Kniebeugen und Beinpresse

Krafttraining für den Unterkörper sollte immer mit Kniebeugen ohne Zusatzgewicht beginnen. Kniebeugen trainieren Kraft und Beweglichkeit der gesamten Beinmuskulatur sowie Fußgelenke und Hüfte. Mit der Beinpresse trainiert man fast sämtliche Muskeln der Beine und des Gesäßes. Wichtig: Strecken Sie die Beine nie komplett durch, das ist gefährlich für die Kniegelenke. Beugen Sie die Beine, bis Ober- und Unterschenkel einen 90-Grad-Winkel bilden, und drücken Sie die Fußplatte anschließend explosiv über die Fersen wieder nach oben. Achten Sie darauf, dass Fußspitzen und Knie in die gleiche Richtung zeigen.

Junge Frau in Sportkleidung trainiert mit der Beinpresse © Getty Images

So wird’s gemacht

Mit der Beinpresse trainiert man fast sämtliche Muskeln der Beine und des Pos. Das sind die Beinstrecker und Beinbeuger sowie der große Gesäßmuskel. Je nach Fußstellung werden die Adduktoren (breite/enge Fußstellung) und die Wadenmuskulatur (Fußstellung weiter unten) beansprucht.

Fragen Sie einen Trainer, mit welchem Gewicht Sie beginnen sollten. Setzen Sie sich auf das Sitzpolster der Beinpresse und lehnen sich an das Rückenpolster an. Ihre Füße stellen Sie etwa hüftbreit auf die dafür vorgesehene Fußplatte. Wichtig: Strecken Sie die Beine nie komplett durch, das ist gefährlich für die Kniegelenke!

Jetzt lösen Sie die Sicherung und beugen Ihre Beine, bis Ihre Ober- und Unterschenkel einen 90-Grad-Winkel bilden. Anschließend atmen Sie aus und drücken die Fußplatte explosiv über die Fersen wieder nach oben.

Häufige Fehler

Bei der Beinpresse gilt es darauf zu achten, dass die Knie während der Übungsausführung stabil bleiben. Die Fußspitzen und Knie müssen in die gleiche Richtung zeigen. Die Knie dürfen sich auch nicht nach innen oder außen drehen.

3. Fit für Zweikämpfe mit der TRX Brustpresse

Ein gut trainierter Rumpf verschafft in Zweikampfsituationen einen entscheidenden Vorteil. Die klassische Brustpresse an TRX-Bändern beansprucht zusätzlich Koordination und Gleichgewichtssinn und ist daher nur etwas für Fortgeschrittene. Ein Bein dient als Standbein, beide Arme sind nach vorne gestreckt. Die Arme werden im Ellenbogen gebeugt und die Hände neben den Körper geführt, wie beim Liegestütz, anschließend richtet man sich durch Strecken der Arme wieder auf.

Person trainiert an Gerät im Fitnessstudio © Getty Images

So wird’s gemacht

Ein Bein dient als Standbein, das andere ist nach hinten angehoben. Beide Arme sind nach vorne gestreckt und unter Schulterhöhe positioniert. Die Handflächen zeigen nach unten. Das Körpergewicht liegt auf dem Fußballen des Standbeins.

Nun werden die Arme in den Ellenbogen gebeugt und die Hände neben den Körper geführt – wie beim Liegestütz. Der Oberkörper neigt sich nach vorne unten. Das Standbein bleibt dabei gestreckt.

Die Endposition ist erreicht, wenn die Ellenbogen ca. 90° gebeugt sind, dabei befinden sie sich etwas hinter der Schulter und die Hände sind seitlich am Körper. Der Körper ist unter Spannung gestreckt. Anschließend werden die Arme gestreckt, wodurch sich der Oberkörper aufrichtet.

4. Für kraftvolle Torschüsse: Wadentraining am Gerät

Trainierte Waden sorgen für schnellere Sprints und kraftvollere Schüsse. Stellen Sie sich mit den Fußballen auf den Vorsprung und positionieren Sie die Schultern unter das Polster. Heben Sie die Fersen explosionsartig bis zum höchsten Punkt an und senken Sie sie anschließend langsam wieder ab. Steht keine Wadenhebe-Maschine zur Verfügung, können Sie sich mit den Zehenspitzen auf eine Erhöhung stellen und die Bewegung mit Kurzhanteln als Zusatzgewicht ausführen.

So wird’s gemacht

Stellen Sie sich mit den Fußballen auf den dafür vorgesehenen Vorsprung und positionieren Sie Ihre Schultern unter das Polster. Strecken Sie den Oberkörper durch, die Brust nach vorne heraus und bilden Sie ein leichtes Hohlkreuz im unteren Rücken. Wenn Ihr Oberkörper gerade unter dem Polster steht, müssten Ihre Beine im Kniegelenk gebeugt sein. Strecken Sie jetzt langsam die Knie durch, so dass Sie unter dem Schulterpolster stehen. Bitte beachten: Die Knie nicht vollständig durchstrecken, um das Kniegelenk zu schonen.

Heben Sie die Fersen explosionsartig bis zum höchstmöglichen Punkt an, indem Sie das Schulterpolster mit dem gesamten Körper nach oben drücken. Anschließend senken Sie gleichzeitig die Fersen so weit wie möglich nach unten ab, indem Sie dem Gewicht auf Ihren Schultern langsam über die Waden nach unten nachgeben.

Sollte Ihnen keine Wadenhebe-Maschine zur Verfügung stehen, können Sie sich alternativ mit Ihren Zehenspitzen auf eine Erhöhung (Bank, Treppenstufe o.ä.) stellen und die gleiche Bewegung mit Kurzhanteln als Zusatzgewicht ausführen.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Ist Krafttraining gesund?

Ja. Regelmäßiges Krafttraining stärkt Muskeln, Knochen und Gelenke, beugt Rückenbeschwerden vor und unterstützt den Stoffwechsel. Wichtig sind eine saubere Technik und ausreichende Erholungsphasen.

Wie lange dauert es, bis man Muskeln aufbaut?

Erste Kraftzuwächse entstehen oft schon nach wenigen Wochen durch eine bessere Ansteuerung der Muskeln. Sichtbarer Muskelaufbau braucht meist mehrere Monate regelmäßigen Trainings.

Wie viele Wiederholungen und Sätze sind sinnvoll?

Für den Muskelaufbau gelten drei Sätze mit etwa 8 bis 12 Wiederholungen als bewährt. Für reine Maximalkraft trainiert man mit höheren Gewichten und weniger Wiederholungen, das ist aber nichts für Anfänger.

Sollte man sich vor dem Krafttraining aufwärmen?

Ja. Ein kurzes Aufwärmen bringt den Kreislauf in Schwung und bereitet Muskeln und Gelenke auf die Belastung vor. Das senkt das Verletzungsrisiko und verbessert die Trainingsleistung.

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Veröffentlicht am 24.06.2026

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