Ab wann ist Fieber gefährlich? Tabelle, Anleitung zum Messen und Tipps

Redaktion
Kevin Schuon

Wenn die Temperatur zu stark ansteigt, wird es unangenehm: So geht es auch unserem Körper bei Fieber. Doch wie können wir etwas dagegen tun, ab wann wird Fieber gefährlich und ab wann sollte man bei Fieber eine Arztpraxis aufsuchen? Wir klären auf.

Fieber kann einen Menschen stark beeinträchtigen. Das ist kein Wunder, denn bei Fieber arbeitet der Körper auf Hochtouren. Es ist ein Zeichen dafür, dass unser Immunsystem gerade extrem gefordert ist.

Was ist Fieber und warum tritt es auf?

Auch, wenn es häufig so erscheint: Fieber ist keine Krankheit. Es ist eher ein Symptom, das viele Ursachen haben kann. Zum Beispiel eine Reihe an unterschiedlichen Krankheiten:

„Für einen ansonsten gesunden Menschen ist Fieber zunächst einmal nicht gefährlich“, sagt Prof. Dr. med. David Martin, Kinderarzt und Professor an der Universität Witten/Herdecke. „Es ist vielmehr ein Zeichen dafür, dass der Körper sich gegen einen Erreger wehrt.“

Wenn Krankheitserreger in den Körper eindringen, versucht das Immunsystem, diese zu bekämpfen. Bei einer erhöhten Temperatur funktionieren zum einen die Abwehrmechanismen des Körpers besser. Zum anderen fühlen sich viele Eindringlinge bei hohen Temperaturen nicht wohl. Dadurch kann das Immunsystem diese besser bekämpfen.

Insofern ist Fieber in vielen Fällen eine sinnvolle und gute Reaktion unseres Körpers. „Fieber ist ein evolutionär extrem gut erhaltener Vorgang, um unser Immunsystem in Höchstform zu bringen“, betont der Experte.

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Temperatur-Tabelle: Wie viel Grad sind bedenklich?

Der menschliche Körper hat normalerweise eine Temperatur zwischen 36,5 und 37,4 Grad Celsius. Das ist jedoch nur ein grober Richtwert. Schwankungen von bis zu einem Grad sind im Tagesverlauf normal. Zum Beispiel ist die Körpertemperatur abends höher als morgens.

Welche Körpertemperatur für Erwachsene normal ist – und ab wann Fieber auftritt, zeigt die Temperatur-Tabelle des Berufsverbands Deutscher Internistinnen und Internisten:

 

Körpertemperatur

Normal

36,5 bis 37,4 Grad

Erhöhte Temperatur

37,5 bis 38 Grad

Fieber

38,1 bis 39 Grad

Hohes Fieber

39,1 bis 39,9 Grad

Sehr hohes Fieber

Ab 40 Grad

Eine Familie sitzt auf dem Sofa und schaut sich gemeinsam ein Buch an

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Richtig Fieber messen: So geht’s

Um herauszufinden, wie hoch die Körpertemperatur ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

  • Rektale Messung

    Bei der Fiebermessung im Po bekommen Sie das genaueste Ergebnis. Auf diese Art und Weise erhalten Sie die Körperkerntemperatur. Die Methode kann allerdings unangenehm sein – besonders für Kinder.

  • Im Mund

    Bei dieser Messung legen Sie das Fieberthermometer unter die Zunge. Wichtig ist: Um das Ergebnis nicht zu verfälschen, müssen Sie den Mund beim Messen geschlossen halten. Auch sollten Sie etwa 15 Minuten davor nichts Heißes oder Kaltes trinken. Außerdem müssen Sie zum Messergebnis 0,5 Grad Celsius dazurechnen.

  • Achsel

    Klemmen Sie das Fieberthermometer mit dem Oberarm ein. Diese Methode ist jedoch sehr ungenau. Auch hier müssen Sie mindestens 0,5 Grad Celsius zum Ergebnis hinzufügen, im Einzelfall auch mehr.

  • Im Ohr

    Bei der Messung im Ohr können Ohrenschmalz oder die Form des Gehörgangs die Messung verfälschen. Ein pauschaler Aufschlag ist hier allerdings nicht nötig: Infrarot-Ohrthermometer sind auf die Körperkerntemperatur kalibriert und gelten ab dem Alter von einem Jahr in der Regel als ausreichend genau.

  • Stirn

    Mit einem Infrarotthermometer wird die Temperatur bestimmt. Das geht schnell und unkompliziert. Allerdings hängt die Genauigkeit der Messung stark vom Gerät ab.

Wenn Sie Fieber haben, sollten Sie die Temperatur mindestens 3x am Tag messen – morgens, mittags und abends. Außerdem sollten Sie zuvor keine fiebersenkenden Medikamente einnehmen. Ansonsten kann das Ergebnis in die Irre führen.

Kostenübernahme von Medikamenten

Damit Sie schnell wieder gesund werden, übernimmt die IKK classic die Kosten für die notwendigen, apothekenpflichtigen Arzneimittel.

Ab wann wird Fieber gefährlich?

Fieber ist in erster Linie eine sinnvolle Abwehrmaßnahme des Körpers. Steigt die Temperatur jedoch zu hoch an, kann es gefährlich werden. Weicht die Körpertemperatur stark vom Normalwert ab, drohen Gewebe- und Organschäden; Temperaturen von mehr als 42,6 Grad Celsius sind in der Regel tödlich. 

Erwachsene sollten spätestens dann ärztlichen Rat aufsuchen, wenn sie hohes Fieber (über 39 Grad Celsius) haben – oder das Fieber länger als drei Tage andauert. Das gilt auch, wenn Fieberkrämpfe oder andere Begleiterscheinungen auftreten.

Bei Menschen mit Immunschwäche oder chronischen Erkrankungen, älteren Menschen, kleinen Kindern und Babys ist besondere Vorsicht geboten. „Wenn ein Kind jünger als sechs Monate ist, sollte man schon am ersten Fiebertag zum Arzt gehen“, betont der Experte. Bei Säuglingen unter drei Monaten sollte bereits eine rektal gemessene Temperatur von 38 Grad oder mehr ärztlich abgeklärt werden.

Im Zweifel gilt: Bei Fieber lieber einmal zu oft eine Arztpraxis aufsuchen.

Fieberkrampf bei Kindern: Was Eltern wissen sollten

Etwa drei bis fünf Prozent aller Kinder bekommen zwischen dem sechsten Lebensmonat und dem fünften Geburtstag einen Fieberkrampf. Meist wird er durch einen schnellen Anstieg der Körpertemperatur ausgelöst und nicht durch eine bestimmte Fieberhöhe. Dabei verliert das Kind kurzzeitig das Bewusstsein, die Muskeln können sich verkrampfen oder zucken.

Auch wenn ein Fieberkrampf sehr beängstigend wirkt, bleibt er in den meisten Fällen ohne gesundheitliche Folgen. Legen Sie Ihr Kind auf eine weiche Unterlage, stecken Sie ihm nichts in den Mund und achten Sie darauf, wie lange der Krampf dauert. Hält er länger als fünf Minuten an, wählen Sie den Notruf 112. Ein erster Fieberkrampf sollte immer ärztlich abgeklärt werden.

Welche Medikamente helfen bei Fieber?

Wenn Sie Fieber haben, sollten Sie sich auf jeden Fall schonen und Ihrem Körper die Ruhe geben, die er braucht. Insbesondere Sport und körperliche Anstrengung können sehr gefährlich sein und zu einer Herzmuskelentzündung führen. Das kann das Herz nachhaltig schädigen und lebensbedrohlich sein.

Gleichzeitig heißt es jedoch nicht, dass Fieber zwangsläufig vom ersten Tag an gesenkt werden muss. Die erhöhte Temperatur hilft dem Körper schließlich dabei, unerwünschte Erreger zu bekämpfen. Auch hier kann ein ärztlicher Rat offene Fragen beantworten.

Der Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten rät Erwachsenen zu einer Senkung bei hohem und anhaltendem Fieber. Als Faustregel gilt: Steigt die Temperatur bei Erwachsenen über 39 Grad Celsius, sollten fiebersenkende Medikamente genommen werden. Bei Kindern gilt seit der S3-Leitlinie „Fiebermanagement“ von 2025 ein anderer Maßstab: Entscheidend ist nicht die Höhe der Temperatur, sondern ob das Kind sichtbar unter dem Fieber leidet.

Ibuprofen oder Paracetamol senken das Fieber und helfen gegen viele andere Krankheitssymptome. Allerdings unterdrücken sie die Symptome und bekämpfen meist nicht die eigentliche Ursache. Erwachsene können auch auf Medikamente mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) zurückgreifen. Kindern sollten Sie Medikamente mit dem Wirkstoff ASS dagegen auf keinen Fall geben. Sie können das Reye-Syndrom auslösen. Das ist eine seltene Krankheit für Kinder, die tödlich enden kann. Fachleute raten, bei fieberhaften Infekten bis etwa zum 16. bis 18. Lebensjahr auf ASS zu verzichten.

Alternative Arzneimittel

Die IKK classic übernimmt einen Teil der Kosten für alternative Arzneimittel, die eine klassische schulmedizinische Behandlung ergänzen.

Fieber senken: Diese Hausmittel können helfen

Neben Medikamenten gibt es auch viele wirksame Hausmittel, die dabei helfen können, die Körpertemperatur herunterzukühlen.

  • Bettruhe: Geben Sie dem Körper ausreichend Ruhe, um sich zu erholen.

     

  • Viel trinken: Durch die erhöhte Temperatur verliert der Körper mehr Flüssigkeit als sonst. Durch die erhöhte Temperatur verliert der Körper mehr Flüssigkeit als sonst. Für jedes Grad erhöhter Körpertemperatur sollte man einen halben bis einen Liter mehr trinken. Im Normalfall liegt der Richtwert bei rund 1,5 Litern pro Tag. Am besten eignen sich Wasser oder ungesüßter Tee.

  • Leichte Kost: Bei Fieber sollten Sie nur leichte Speisen zu sich nehmen, die gut verdaulich sind. Somit wird weniger Energie für den Verdauungsprozess verbraucht. Perfekt geeignet sind Suppen. Sie liefern zusätzliche Flüssigkeit und wichtige Mineralstoffe.

  • Wadenwickel: Befeuchten Sie saubere Tücher mit Wasser und wickeln Sie diese um die Waden. Früher lautete die Empfehlung, kaltes Wasser zu nehmen. Das kann allerdings auch das Gegenteil bewirken und zu einer Schockreaktion führen. Deshalb sollten Sie lieber warmes Wasser verwenden. Und auch nur dann, wenn die kranke Person sich mit den Wadenwickeln wohlfühlt. Wichtig: Wadenwickel eignen sich nur, wenn Hände und Füße warm sind. Bei Schüttelfrost oder kalten Gliedern sollten Sie darauf verzichten.

  • Ein Bad nehmen: Wenn der Kreislauf stabil genug ist, kann man eine erfrischende Dusche oder ein Bad nehmen. Das Wasser sollte dabei weder heiß noch kalt sein, sondern ungefähr der Körpertemperatur entsprechen.

Was tun, wenn das Fieber nicht verschwindet?

Falls das Fieber über mehrere Tage andauert – oder möglicherweise immer wieder kommt –, sollten Sie unbedingt eine Arztpraxis aufsuchen. Dann ist es wichtig, die Ursache für die Immunreaktion des Körpers herauszufinden. „Auch wenn das Fieber selbst nicht gefährlich ist, kann die Grunderkrankung gefährlich sein“, sagt Prof. Dr. David Martin.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Ist Fieber ansteckend?

Fieber selbst ist nicht ansteckend. Übertragen werden können jedoch die Erreger, die dahinterstecken. Wie lange eine Ansteckungsgefahr besteht, hängt daher von der jeweiligen Erkrankung ab und nicht davon, wie hoch das Fieber ist.

Wie erkenne ich Fieber ohne Thermometer?

Ohne Thermometer lässt sich Fieber nicht zuverlässig feststellen. Eine heiße Stirn, gerötete Wangen, Schüttelfrost oder ein erhöhter Ruhepuls können zwar darauf hindeuten, liefern aber keinen verlässlichen Messwert. Dafür ist ein Fieberthermometer nötig.

Ist Fieber in der Schwangerschaft gefährlich?

Fieber in der Schwangerschaft sowie die Einnahme fiebersenkender Mittel sollten immer ärztlich abgeklärt werden, da die zugrunde liegende Infektion sowie die eingesetzten Medikamente auch das ungeborene Kind gefährden können. 

• Zur Fiebersenkung gilt Paracetamol als Mittel der Wahl und sollte in der niedrigsten wirksamen Dosis und nur so lange wie nötig angewendet werden. 
• Ibuprofen sollte bis zur 28. Schwangerschaftswoche nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung in Absprache mit dem Arzt eingesetzt werden. Ab der 28. Schwangerschaftswoche darf Ibuprofen überhaupt nicht mehr angewendet werden.
 

Was steckt hinter Fieber ohne weitere Symptome?

Häufig handelt es sich um einen Infekt, bei dem weitere Beschwerden erst später auftreten oder nur schwach ausgeprägt sind. Besteht Fieber über 38,3 Grad länger als drei Wochen, ohne dass eine Ursache gefunden wird, sprechen Fachleute von Fieber unbekannter Ursache.

Ibuprofen oder Paracetamol: Was hilft besser gegen Fieber?

Beide Wirkstoffe können Fieber ähnlich gut senken. Welcher besser geeignet ist, hängt unter anderem von der Verträglichkeit und möglichen Vorerkrankungen ab. Bei Kindern sollten fiebersenkende Medikamente laut aktueller Leitlinie nur gegeben werden, wenn das Kind sichtbar beeinträchtigt ist – nicht allein aufgrund einer bestimmten Temperatur.

Hinweis: Die Inhalte ersetzen keine medizinische Beratung. Bei anhaltendem oder hohem Fieber sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

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Kevin Schuon

Veröffentlicht am 23.09.2026

Quellenangaben:

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